Duschgel als Schaumbad verwenden
Du kannst Duschgel als Schaumbad verwenden, es ist aber selten die beste Wahl. Duschgele sind für kurzen Hautkontakt und schnelles Abspülen formuliert, im Badewasser wirken ihre Tenside dagegen 15 bis 30 Minuten auf die gesamte Haut ein. Der Schaum hält meist kürzer als bei einem echten Schaumbad. Für ein gelegentliches Bad bei unkomplizierter Haut ist das unproblematisch, bei trockener Haut sind rückfettende Ölbäder die bessere Lösung.
Was im Badewasser anders ist als unter der Dusche
Unter der Dusche kommt Duschgel für ein bis zwei Minuten konzentriert auf die Haut und wird dann abgespült. In der Wanne ist es umgekehrt: stark verdünnt, aber über lange Zeit. Warmes Wasser weicht die Hornschicht auf, die Tenside haben dabei viel Gelegenheit, Hautlipide herauszulösen. Deshalb fühlt sich Haut nach einem langen Schaumbad oft weich an, spannt aber eine Stunde später.
Ein zweiter Unterschied ist die Schaumstabilität. Schaumbäder enthalten oft einen höheren Tensidanteil und Schaumstabilisatoren, damit der Schaum in großer Wassermenge lange stehen bleibt. Ein Duschgel produziert unter dem Wasserstrahl schönen Schaum, fällt in der Wanne aber schnell zusammen. Wer dann nachdosiert, landet schnell bei einer Menge, die die Haut stärker belastet als ein dafür gemachtes Produkt.
Duschgel, Schaumbad, Ölbad: der Unterschied
| Produkt | Formuliert für | Schaum in der Wanne | Hautgefühl danach |
|---|---|---|---|
| Duschgel | kurze Anwendung, Abspülen | gering bis mittel, kurzlebig | neutral bis leicht trocken bei langem Bad |
| Schaumbad | lange Verdünnung, viel Schaum | hoch, stabil | je nach Rückfetter neutral bis trocken |
| Cremebad | lange Verdünnung, Pflege | mittel | weicher, gepflegter |
| Ölbad (spreitend) | Rückfettung | kaum | deutlich gepflegt, Wanne rutschig |
| Badesalz | Mineralien, Duft | keiner | je nach Salz, ohne Tenside mild |
Wenn du Duschgel trotzdem ins Bad gibst
Für ein spontanes Bad mit dem, was gerade im Regal steht, gilt:
- Wenig dosieren: Ein bis zwei Esslöffel auf eine volle Wanne genügen. Mehr bringt kaum mehr Schaum, aber mehr Tenside.
- Unter den laufenden Strahl geben: Der kräftige Wasserstrahl schäumt das Duschgel auf. Später zugegebenes Produkt schäumt kaum noch.
- Temperatur begrenzen: Etwa 36 bis 38 °C. Heißere Bäder belasten Kreislauf und Haut zusätzlich.
- Dauer begrenzen: 15 bis 20 Minuten sind genug.
- Kurz abduschen: Tensidreste mit klarem Wasser von der Haut spülen.
- Eincremen: Direkt nach dem Abtupfen eine Lotion oder Creme auftragen.
Am besten eignen sich für diesen Zweck milde, klare Duschgele mit Glycerin. Cremeduschen machen das Wasser trüb und lassen sich gut verwenden, schäumen aber noch weniger. Duschpeelings gehören nicht in die Wanne: Die Peelingkörper bringen im Wasser nichts und setzen sich im Abfluss ab.
Wer auf Duschgel im Bad verzichten sollte
- Babys und Kleinkinder: Für sie gibt es spezielle Badezusätze oder klares Wasser. Mehr dazu unter Babyduschgel und Babybad.
- Menschen mit trockener oder atopischer Haut: Hier sind rückfettende Ölbäder oder ein Duschöl als Badezusatz sinnvoller.
- Bei Neigung zu Harnwegs- oder Scheideninfekten: Lange Bäder mit parfümierten Tensiden können die Schleimhaut reizen. Sprich bei häufigen Infekten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Bei Duftstoffallergie: Das ganze Bad wird zum Kontakttest. Wenn überhaupt, dann ein parfümfreies Produkt.
Achtung: Wer nach dem Baden wiederholt Brennen oder Jucken im Intimbereich bemerkt oder bei Kindern Rötungen im Windel- und Genitalbereich sieht, sollte Badezusätze weglassen und die Beschwerden ärztlich abklären lassen, wenn sie nach einigen Tagen ohne Zusatz nicht verschwinden.
Bessere Alternativen für ein pflegendes Bad
Ein gutes Bad soll entspannen, ohne dass die Haut danach leidet. Je nach Ziel bieten sich unterschiedliche Zusätze an:
- Für trockene Haut: Ölbäder mit spreitenden Ölen, die sich als Film auf dem Wasser und auf der Haut verteilen. Einige Duschöle sind ausdrücklich auch als Badezusatz ausgelobt.
- Für Schuppenflechte: Badesalz aus dem Toten Meer wird häufig genutzt; die Studienlage ist gemischt, mehr dazu unter Totes-Meer-Salz-Duschgel.
- Für Entspannung: Aromabäder mit Lavendel oder ähnlichen Düften. Was Aromatherapie realistisch leistet, beschreibt der Ratgeber Aroma-Duschgel.
- Für Schaumliebhaber: ein echtes Schaum- oder Cremebad, sparsam dosiert, gern mit Rückfettern.
Tipp: Ölbäder machen die Wanne rutschig. Stelle eine rutschfeste Matte bereit und steige langsam aus. Reinige die Wanne danach mit etwas Spülmittel, damit sich kein Ölfilm festsetzt.
Häufige Fragen
Warum schäumt Duschgel in der Badewanne kaum?
Duschgele sind nicht auf Schaumstabilität in großer Wassermenge optimiert. Hartes Wasser und Fettreste auf der Haut lassen den Schaum zusätzlich zusammenfallen. Gib das Produkt deshalb immer direkt unter den einlaufenden Wasserstrahl.
Kann ich mich nach dem Schaumbad noch mit Duschgel waschen?
Nötig ist das nicht, denn das Badewasser enthält bereits Tenside. Ein kurzes Abduschen mit klarem Wasser reicht, um Reste und gelösten Schmutz zu entfernen.
Ist ein Bad schlechter für die Haut als Duschen?
Nicht grundsätzlich. Ein kurzes, lauwarmes Bad mit rückfettendem Zusatz kann trockene Haut sogar besser pflegen als eine Dusche mit stark entfettendem Duschgel. Kritisch sind lange, heiße Bäder mit viel Schaum.
Gehört Duschgel in den Whirlpool?
Nein. Duschgel und Schaumbad erzeugen in Whirlpools mit Düsen extreme Schaummengen und können Pumpe und Leitungen verschmutzen. Hersteller von Whirlpools raten in der Regel ausdrücklich davon ab.
Kurz gesagt: Duschgel im Bad ist eine Notlösung, die bei normaler Haut gelegentlich in Ordnung ist. Sparsam dosieren, nicht zu heiß, nicht zu lang, danach eincremen. Für regelmäßige Bäder und trockene Haut ist ein Öl- oder Cremebad die bessere Wahl.