Duschgel für Senioren und die Pflege von Altershaut

Von der Redaktion · So arbeiten wir · Aktualisiert am

Für Senioren eignen sich seifenfreie, stark rückfettende Duschgele, Duschöle oder Cremeduschen, am besten parfümfrei und mit Feuchthaltern wie Urea oder Glycerin. Zwei- bis dreimal pro Woche duschen reicht meist aus, an den übrigen Tagen genügt eine Teilwäsche. Für Pflegende zählt außerdem, dass das Produkt einfach zu dosieren ist und den Boden nicht unnötig rutschig macht.

Was sich an der Haut im Alter verändert

Ab etwa 60 Jahren wird die Haut spürbar dünner und verliert an Elastizität. Die Talgdrüsen arbeiten langsamer, der Fettfilm wird dünner, und die Hornschicht hält Feuchtigkeit schlechter. Fachleute sprechen von Altersxerose, also altersbedingter Hauttrockenheit. Sie betrifft einen großen Teil der älteren Menschen und ist eine der häufigsten Ursachen für Juckreiz im Alter.

Hinzu kommt: Die Wundheilung verlangsamt sich, kleine Verletzungen und Druckstellen entstehen schneller. Viele Medikamente, etwa Entwässerungstabletten, Blutdrucksenker oder Statine, können die Haut zusätzlich austrocknen. Die Grundlagen für Haut ab 50 erklärt der Ratgeber Duschgel für reife Haut; hier geht es um den Alltag älterer und pflegebedürftiger Menschen.

Wie oft duschen im Alter?

Tägliches Duschen ist für die meisten älteren Menschen nicht nötig und trocknet die Haut eher aus. Ein guter Rhythmus sieht so aus:

MaßnahmeHäufigkeitPflegemittel
Ganzkörperdusche2–3 Mal pro WocheDuschöl oder rückfettendes Syndet
Teilwäsche (Gesicht, Achseln, Intimbereich, Füße)TäglichLauwarmes Wasser, wenig milde Waschlotion
EincremenNach jeder Dusche, bei Bedarf täglichLotion mit Urea oder Glycerin
FußpflegeTäglich kontrollieren, besonders bei DiabetesZehenzwischenräume gut trocknen

Wassertemperatur: lauwarm, etwa 32 bis 36 Grad. Heißes Wasser löst Hautfette und belastet zudem den Kreislauf. Mehr zur Technik im Ratgeber richtig duschen.

Welches Produkt für Altershaut?

Duschöl

Duschöle enthalten einen hohen Anteil an Ölen und nur wenig Tensid. Sie reinigen sanft und hinterlassen einen Lipidfilm. Ideal bei sehr trockener Haut, aber Achtung: Der Boden kann rutschig werden. Mehr unter Duschöl.

Cremedusche

Cremeduschen sind ein guter Kompromiss: pflegender als ein Gel, weniger rutschig als ein Öl. Siehe Duschcreme.

Syndet mit Urea

Seifenfreie Waschlotionen mit pH 5,5 und Urea binden Feuchtigkeit in der Hornschicht. Das hilft bei schuppiger, rauer Haut an Schienbeinen und Armen. Hintergründe liefert Urea-Duschgel.

Tipps für Pflegende und Pflegeheime

Wer einen Angehörigen pflegt oder in einer Einrichtung arbeitet, hat andere Anforderungen an ein Duschgel als jemand, der sich selbst versorgt.

  1. Großgebinde mit Pumpe: 1-Liter-Pumpspender sind hygienischer als Tuben, die von mehreren Händen gedrückt werden. Mehr zur Hygiene beim Nachfüllen unter Duschgel-Großpackung.
  2. Sparsam dosieren: Ein Pumpstoß reicht für den ganzen Körper. Zu viel Produkt trocknet aus und lässt sich schwer abspülen.
  3. Rutschgefahr bedenken: Duschöl auf Fliesen und in der Wanne ist gefährlich. Nach dem Duschen den Boden abspülen oder statt Öl eine Cremedusche verwenden.
  4. Hautkontrolle beim Waschen: Die Körperpflege ist die beste Gelegenheit, auf Rötungen an Steiß, Fersen und Hüften zu achten – frühe Zeichen eines Druckgeschwürs.
  5. Hautfalten trocknen: Unter der Brust, in der Leiste und zwischen den Zehen gründlich abtupfen, sonst drohen Pilzinfektionen und Wundsein.
  6. Würde wahren: Abdecken, was nicht gerade gewaschen wird, und die Person so viel wie möglich selbst machen lassen.

Sicherheit im Bad: Duschhocker, rutschfeste Matte und ein Haltegriff verhindern Stürze deutlich wirksamer als jedes rutschfeste Duschgel. Die Pflegekasse beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen an Hilfsmitteln und Umbauten.

Empfehlungen für Altershaut

Bei rauer, schuppiger Haut

Eucerin UreaRepair Duschgel 5 % Urea

Mit 5 % Urea und Panthenol auf sehr trockene Haut ausgelegt. Die Formulierung ist mild, reinigt ohne Spannungsgefühl und eignet sich gut für Schienbeine, Arme und Rücken.

  • Urea und Panthenol
  • Für Altersxerose geeignet
  • Mittleres bis höheres Preissegment
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Seifenfrei

La Roche-Posay Lipikar Gel Lavant

Seifenfreies Waschgel mit Niacinamid und Sheabutter. Reinigt sanft und unterstützt die Hautbarriere. Gut verträglich, auch bei empfindlicher Altershaut.

  • Niacinamid und Sheabutter
  • Sehr mild
  • Höheres Preissegment
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Pumpspender für Pflegende

BIODERMA Atoderm Gel Douche 1 L

Das Atoderm-Duschgel kommt in einer 1-Liter-Flasche mit Pumpe und ist auf trockene, empfindliche Haut ausgelegt. Praktisch für Haushalte, in denen gepflegt wird, und für Einrichtungen.

  • Großformat mit Pumpe
  • Mild und duftarm
  • Pflegt weniger intensiv als ein Duschöl
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Für sehr trockene Haut

Eucerin pH5 Duschöl

Ein seifenfreies Duschöl, das beim Abspülen einen pflegenden Lipidfilm hinterlässt. Gut bei sehr trockener Haut, allerdings nur mit Duschhocker oder rutschfester Unterlage verwenden.

  • Hohe Rückfettung
  • Parfümarm
  • Rutschgefahr im Duschbereich
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Wann zum Arzt: Wenn der Juckreiz trotz konsequenter Pflege länger als zwei Wochen anhält, den Schlaf stört oder ohne sichtbare Hautveränderung auftritt – im Alter kann Juckreiz auch auf Nieren-, Leber- oder Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Medikamente hinweisen. Offene Stellen, nicht wegdrückbare Rötungen an Fersen oder Steiß und Wunden, die nicht heilen, sollten zeitnah ärztlich oder durch einen Pflegedienst beurteilt werden.

Häufige Fragen

Ist Baden für Senioren besser als Duschen?

Ein kurzes Bad mit Ölzusatz kann trockene Haut pflegen, aber das Ein- und Aussteigen aus der Wanne ist sturzgefährlich. Für viele ist eine Sitzdusche mit Duschhocker die sicherere Wahl.

Hilft Duschgel gegen Altersjuckreiz?

Ein Duschgel kann Juckreiz nicht heilen, aber ein falsches Produkt kann ihn verstärken. Seifenfreie, parfümfreie Produkte und anschließendes Eincremen lindern den Juckreiz oft deutlich. Mehr unter Duschgel gegen Juckreiz.

Was tun, wenn Oma oder Opa nicht duschen möchte?

Das ist häufig und hat oft Gründe wie Angst vor Stürzen, Kälte oder Schamgefühl. Ein warmes Bad, ein Duschhocker und feste Routinen helfen. Zwischendurch reicht eine gründliche Teilwäsche am Waschbecken.

Sind Waschhandschuhe ohne Wasser eine Alternative?

Vorgefeuchtete Waschhandschuhe sind für bettlägerige Menschen praktisch. Sie enthalten jedoch Konservierungsstoffe und Duft, deshalb sind sie für den Dauereinsatz bei sehr empfindlicher Haut nur bedingt geeignet.

Kurz gesagt: Altershaut braucht seltener Wasser, aber mehr Fett: zwei- bis dreimal pro Woche kurz und lauwarm duschen, ein seifenfreies, rückfettendes Produkt verwenden und danach eincremen. Für Pflegende zählen Pumpspender, sparsame Dosierung und ein rutschfestes Bad.

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